argaiv1327

Ungeliebter Mitbewohner 
Wer kennt sie nicht, diese kleinen gierigen blutsaugenden Parasiten. In Gräsern, Büschen und Sträuchern lauern sie auf eine Blutmahlzeit und schädigen ihre Opfer nicht allein durch Blutentzug. Aufgrund des milden Winters haben wir einen deutlichen Anstieg der Zeckenpopulation. Fachleute schätzen, dass mittlerweile jede vierte Zecke Trägerin von Krankheitserregern ist. Haben die Blutsauger ihre Opfer erreicht, sind sie oft einige Stunden auf der Wirtsoberfläche unterwegs, um eine geeignete Ansaugstelle zu finden. Bevorzugt werden gefäßreiche dünnhäutige Stellen an Kopf, Hals, Schulter und Achsel. Auch bereits verankerte Zecken können noch erfolgreich an der Erregerübertragung gehindert werden, da die Speichelsekretion frühestens zwei Stunden nach dem Ansaugen beginnt. Daher ist es ratsam unsere lieben Vierbeiner nach jedem Freilauf gründlich nach Zecken abzusuchen. Durch das vermehrte Reiseaufkommen in den vergangenen Jahren und der damit verbundenen Einschleppung von infizierten Zecken, treten nachfolgende Krankheiten vermehrt in Deutschland auf.

Babesiose ( Hundemalaria )
Babesien sind Einzeller, die durch Blutsaugende Zecken, die braune Hundezecke ( aus mediterranen Urlaubsländern eingeschleppt ) und der Bunt-oder Auwaldzecke (in vielen Regionen Deutschlands heimisch) übertragen werden. Sie befallen und zerstören die roten Blutkörperchen. Anämie und Gelbsucht sind die Folge. Als typische sichtbare Symptome treten Mattigkeit, Schwäche, hohes Fieber, blasse bis gelbliche Schleimhäute und rot- bis grünbrauner Harn auf.

Die Inkubationszeit beträgt 5 – 28 Tage.

Borreliose
Borrelien
sind Bakterien, die durch den normalen Holzbock übertragen werden. Nachdem der Hund von der Zecke gestochen wurde, dauert es ca. 24 Stunden bis die Bakterien in den Hund eingedrungen sind. Borreliose verläuft häufig mit wenig spezifischen Krankheitssymptomen, nämlich Fieber, Appetitverlust, Lahmheiten, selten auch Hautveränderungen. Im späteren Stadium können Organschäden auftreten. Borreliose kann im Frühstadium mit Antibiotika geheilt werden. Eine Impfung ist empfehlenswert.

Ehrlichiose
Ehrlichien sind Bakterien, die durch die braune Hundezecke übertragen werden. Relativ häufig sind Doppelinfektionen mit Babesien, da beide Erreger von denselben Zecken übertragen werden. Akute Symptome sind hohes Fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellungen und Blutungsneigung, chronisch erkrankte Tiere zeigen verstärkte Blutungsneigungen und Abmagerung. Die Inkubationszeit beträgt 8 - 20 Tage.

Hepatozoonose ist eine Parasitose, die dann auftritt, wenn der Hund eine infizierte braune Hundezecke abbeißt, frisst und verdaut. Die typischen Erscheinungsbilder dieser Krankheit sind starke Abmagerung, Fieber und starke Schmerzen in der Muskulatur und den Knochen. Hepatozoonose kommt im Vergleich zu den anderen Krankheiten relativ selten vor. Die Inkubationszeit beträgt 10 - 28 Tage.

Anaplasmose wird durch den normalen Holzbock übertragen. Anaplasemen sind Bakterien die genauso wie die Ehrlichien zur Gruppe der Rickettsien gehören. Sie setzen sich in die weißen Blutzellen und werden damit in die Lymphknoten, die Leber und das Knochenmark transportiert. Die Symptome sind unter anderem Fieber, Gewichtsverlust, Schlappheit, Ödeme in den Gliedmaßen, Beeinträchtigung des Zentralnervensystems und

Blutarmut. Zusätzlich können Gelenkentzündungen auftreten. Die Inkubationszeit beträgt 8 – 20 Tage.

Zeckenschutzmittel:
Nicht erst jetzt wird deutlich, wie wichtig eine wirksame Prophylaxe von Frühjahr bis Herbst für unsere Hunde ist. Zur wirksamen Verhinderung der Krankheiten sind Medikamente erfolgreich, die eine Zweifachwirkung haben, d.h. eine stark abschreckende (repellente) Wirkung, zum anderen über eine gute abtötende (insektizide/akarzide) Wirkung aufweisen. Diese Medikamente werden als Spot-on-Produkte an einen oder mehreren Punkten auf die Haut des Hundes geträufelt oder in Halsbändern verwendet. Diese Wirkstoffe sind fettlöslich und unser wasserfreudiger Vierbeiner kann bedenkenlos ins Wasser. Tierärzte beraten gerne über eine wirksame Prophylaxe. Ratsam ist eine Beratung vor der Urlaubsreise in Zeckengebiete.

Reisekrankheiten, die nicht durch Zecken übertragen werden sind:

Die Leishmaniose wird von der Sand- /Schmetterlingsmücke übertragen. Die Symptome sind vielfältig und an das regionale Vorkommen der verschiedenen Leishmanien gebunden. Die innere Form der Leishmaniose bei der unter anderen die Leber, Nieren, Lymphen befallen werden wird häufig von der kutanen Form begleitet. Die Inkubationszeit beträgt Wochen bis Monate.

Die Dirofilariose (Herzwurmerkrankung) wird durch Stechmücken übertragen. Dieser Parasit siedelt sich vor allem in der rechten Herzkammer und den von dort in die Lunge führenden Arterien an. Die Hunde ermüden schnell und haben Atemnot, Husten, Herzrasen, Herzerweiterung, Leberstauung, Bauchwassersucht und Ödeme (Wasser) in den Beinen. Zur Vermeidung von Herzwürmern können dem Hund verschiedene Medikamente vor und während des Urlaubs verabreicht werden. Die Inkubationszeit beträgt Wochen bis Monate.


Erkrankung

   
Übertragung
Sympthome
Diagnose
Behandlung
Babesiose

Blutmahlzeit der
Zecke

Fieber, Mattigkeit, Anämie, Ikterus

gefärbter Blutstrich,
PCR, mikroskopisch
Imidocarb

Borreliose

Blutmahlzeit der
Zecke
Appetitlosigkeit, Fieber, Lahmheit, Schwellungen von Gelenken, Muskeln, Wirbelsäule und Lymphdrüsen Hautbiopsoe,
Gelenkpunktat, PCR
Doxycyclin


Ehrlichiose
Blutmahlzeit der
Zecke
Erhöhte Blutungsneigung (Nasenbluten, Blut im Urin), Milzvergrößerung, Gelenkerkrankung

Bluttest,
Lymphknotenpunktat,

Antikörpernachweis
im Serum

Doxycyclin

Heptozoonose

Verzehr von
infizierten Zecken


Fieber, Schmerzen, Anämie, Durchfall, Erbrechen, evt. Lymphknotenschwellung
Muskelbiopsie,
Bluttest
Doxycyclin
Imidocarb
Analpasmose

Blutmahlzeit der
Zecke
Fieber, Gewichtsverlust, Gelenkerkrankung, Anämie

PCR, mikroskopisch



Doxycyclin



Leishmaniose

Blutmahlzeit der
Sand-/Schmetter-lingsmücke


Fieber, Gewichtsverlust, Gelenkerkrankung, Schuppenbildung, Krallenwuchs, Schädigung der inneren Organe (Leber, Niere)

Bluttest, mikroskopisch,
PCR, Knochenmark,
Lymphknotenpunktat


Allopurinol
Glucantime




Dirofilariose Blutmahlzeit der
Steckmücke
Leistungsabfall, Husten, Gewichtsverlust Antigennachweis im
Serum, PCR,
mikroskopisch
Melarsamin

 


 

© 2011 Geniushof e. V. - Lebensfreude durch Integration